Wohngemeinschaften

Ursprung - Erinnerung - Gegenwart

„Sex, drugs and rock’n’roll“, oder: Widerstand und Protest gegen Gesellschaft und Politik. Mit diesen Klischees werden die 68er Bewegung und die Hippies häufig zusammengefasst. Junge Studierende, Aktivisten und Arbeiter entdeckten vor 50 Jahren neben bewusstseinserweiternden Drogen und moderner Musik auch neue Wohnformen. Dazu gehörte in dieser Zeit auch die Errungenschaft des geteilten Wohnraumes.

Wohngemeinschaften sind auch heute noch eine beliebte Wohnform. Auch ich war in den letzten Jahren Teil dieser modernen Wohnform und somit Mitbewohner in verschiedenen Wohngemeinschaften. Was vor rund 50 Jahren mit der 68er Bewegung seinen Anfang genommen hat, beleuchte ich mit meiner MAZ-Diplomarbeit genauer.

Die Thematik der Wohngemeinschaft wird in die drei Kapitel Ursprung, Erinnerung und Gegenwart unterteilt. Zu jedem Kapitel habe ich eine Person interviewt und bringe das Thema so in einen aktuellen Diskurs.


Ursprung

Der bekennende „68er“ John „Tschönu“ Schmocker spricht über den Ursprung der Wohngemeinschaften. Als Sohn eines Schumachers erblickt Hans-Kaspar Schmocker 1941 das Licht der Welt. Seine Kindheit verbringt John, wie er schon früh genannt wird, im Dorf Langnau im Emmental. Mittlerweile lebt „Tschönu“ in der Berner Altstadt, wo er sich 1973 in der Brunngasse ein Haus gekauft hat und eine WG gegründet hat. Nur wenn er in Nicaragua in den Ferien weilt, verlässt er sein Haus mitten in der Altstadt. An das Wegziehen oder das Alleine-Wohnen denkt der pensionierte Pfarrer nicht eine Sekunde. Er bleibt der Wohngemeinschaft in seinem Haus treu.

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Erinnerung

Für die Erinnerung an die Wohngemeinschaft bin ich nach Biel zu Georges „Schöre“ Müller gefahren. Bei einer Pizza erzählte mir der 64-jährige Musiker von der „Hämlismatt-WG“. Die Erinnerungen an die Musiker-Hippie-Kommune im Emmental dokumentieren die bewegte Zeit von „Schöre" in dieser Wohngemeinschaft.

Er wird 1971 Mitglied der Band Grünspan. Von 1973 bis 1981 leben er und seine Bandkollegen zusammen in einem Bauernhaus in Arni. In dieser Zeit ändert die Band ihren Namen dann auch in den heute bekannten Namen „Span“.

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Gegenwart

Christoph Trummer, Singer & Songwriter aus Bern lebt noch heute in einer Wohngemeinschaft. Er erklärt, wie das Zusammenleben und die gemeinsame Ökonomie seiner Wohngemeinschaft funktionieren. Die WG-Bewohner teilen praktisch alles im Alltag. Da wird zum Beispiel auch der Lohn jeder Person auf ein gemeinsames Konto eingezahlt. Die WG verzichtet zudem auf Kindertagesstätten oder Sozialgelder.

Der Mundart-Musiker lebte bis vor wenigen Jahren alleine in der Stadt Bern. Mittlerweile ist er vom WG-Leben überzeugt. Er lebt heute in Bolligen mit seiner Freundin und der gemeinsamen Tochter im „Schloss Hubelgut“. Dort wohnen neben den Dreien sechs weitere Erwachsene und zwei Kinder.

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Ursprung, Erinnerung, Gegenwart - Die Hauptarbeit